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Steuern / Einkommensteuer 
Montag, 27.01.2020

Kein Verpflegungsmehraufwand bei Seeleuten bei unentgeltlicher Verpflegung vom Arbeitgeber

Ein Seemann erzielte Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit als nautischer Offizier. Für die Zeit auf See machte er Verpflegungsmehraufwand von 24 Euro pro Tag geltend. An Bord bekam er unentgeltlich Mahlzeiten von seinem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt. In den Heuerabrechnungen wies der Arbeitgeber diese Mahlzeiten erst als steuerpflichtigen Sachbezug (7,60 Euro pro Tag) aus. Dies korrigiert er mit geänderten Heuerabrechnungen, in denen er den Sachbezug als steuerfrei behandelte. Das Finanzamt ließ lediglich die übrigen Werbungskosten zum Abzug zu.

Das Finanzgericht Niedersachsen gab dem Kläger nur teilweise Recht (Az. 15 K 266/16). Für Tage, an denen der Kläger Mahlzeiten gestellt bekam, ist die Verpflegungspauschale zu kürzen. Mehraufwendungen für Verpflegung seien als Werbungskosten grundsätzlich abziehbar. Die Verpflegungspauschale sei jedoch in voller Höhe zu kürzen, wenn der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber außerhalb seiner ersten Tätigkeitsstätte Frühstück, Mittag- und Abendessen unentgeltlich erhält. Die Kürzung müsse auch erfolgen, wenn der Arbeitnehmer zur Verfügung gestellte Mahlzeiten nicht einnehme.

Auch wenn der Kläger keine erste Tätigkeitsstäte hatte, seine Tätigkeit als Fahrtätigkeit qualifiziert werde, sei eine Kürzung vorzunehmen. Für die Tage, an denen der Arbeitnehmer sich selbst versorgen müsse und keine Mahlzeit gestellt bekomme, seien Verpflegungsmehraufwendungen aber als Werbungskosten zu berücksichtigen.

Gegen das Urteil wurde Revision eingelegt (BFH-Az.: VI R 27/19).

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